Psychosoziale Beratung

Jede Frau und jeder Mann hat das Recht, sich in allen Fragen einer Schwangerschaft von einer hierfür vorgesehenen Schwangerschaftsberatungsstelle beraten zu lassen.

Auf der Grundlage des Schwangerschaftkonfliktgesetzes beraten die Beratungsstellen unter Anderem über:

  • Vorsorgeuntersuchungen bei Schwangerschaft und die Kosten der Entbindung
  • die Hilfsmöglichkeiten, die für behinderte Menschen und ihre Familien vor und nach der Geburt eines in seiner körperlichen, geistigen und seelischen Gesundheit geschädigten Kindes zur Verfügung stehen
  • die Methoden zur Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs, die physischen und psychischen Folgen eines Abbruchs und die damit verbundenen Risiken
  • Lösungsmöglichkeiten für psychosoziale Konflikte im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft (§2, Abs. 2 SchKG)
  • Zum Anspruch auf Beratung gehört auch die Nachbetreuung nach einem Schwangerschaftsabbruch oder nach der Geburt des Kindes (§2, Abs. 3 SchKG)

Ärztinnen und Ärzte, die pränatal eine Beeinträchtigung des Kindes diagnostizieren, sind verpflichtet, ihre Patientinnen auf die Möglichkeiten vertiefter psychosozialer Beratung hinzuweisen.

Beratungsanlässe

  • vor der möglichen Inanspruchnahme von Pränataldiagnostik: um das persönliche Für und Wider abwägen zu können, mögliche Konsequenzen zu thematisieren, sich mit dem Thema „Behinderung“ auseinander setzen zu können und damit die persönliche Entscheidungskompetenz zu verbessern (auch schon vor einer geplanten Schwangerschaft möglich)
  • während der Wartezeit auf Ergebnisse: zur Entlastung und Auseinandersetzung mit möglichen Konsequenzen eines auffälligen Befundes
  • nach diagnostizierter zu erwartender Behinderung des Kindes: zur emotionalen Verarbeitung der schlechten Nachricht, zur Begleitung in der Trauer; zur Information über gesetzliche und private Unterstützungsmöglichkeiten während der Schwangerschaft und nach der Geburt des Kindes und zur Auseinandersetzung mit ethischen Fragen (Schwangerschaftsabbruch, Austragen eines nicht-lebensfähigen Kindes und anderes)
  • nach der Entscheidung, ein Kind mit Behinderung auszutragen: zur persönlichen Unterstützung bei der Annahme des Kindes und der Entwicklung der Elternrolle und zur Klärung von Entlastungsmöglichkeiten
  • nach Fehl- und Totgeburt beziehungsweise einem Schwangerschaftsabbruch: zur Verarbeitung des Verlustes, zur Begleitung in der Trauer und zur Ermutigung für die weitere Lebensplanung

Weitergehende individuelle Hilfen

  • Beraterinnen vermitteln Kontakte (zu Hebammen, Selbsthilfegruppen, Frühförderstellen und anderen) und materielle Hilfen (zum Beispiel Haushaltshilfen, finanzielle Hilfen)
  • Beraterinnen bieten Hausbesuche oder Klinikbesuche an
  • Frauen und Paare können auch längerfristig nach der Geburt des Kindes oder nach einem Schwangerschaftsabbruch begleitet werden.

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